News von Uncle Sam

We were Aliens for 9 months

Klätsch und Trätsch 21. Januar, 2012

Einsortiert unter: alltag,Leute — swiesel @ 9:12

Ich halte mich ja bekanntlich anhand von Bild.de auf dem Laufenden bezüglich aller Themen aus dem Ressort „Panorama“ („BILD WEISS: JOGI LÖW BLEIBT BUNDESTRAINER!“). Allmählich bin ich aber verwirrt, denn Heidi Klum und Seal lassen sich angeblich scheiden, Brangelina und Jennifer Aniston sind schwanger, ins Dschungelcamp kommt man nur mit Silikonbrüsten und nackt und irgendjemand wurde von Facebook ermordet („Protokoll des Facebook-Mords“). Ich frage mich, ob die Knusperfrau da auch bald kommt, denn ich habe sie ganze Woche nicht gesehen und mache mir allmählich Sorgen. Die Ausrede des Costa-Concordia-Kapitäns („ausgerutscht und ins Rettungsboot gefallen“) erinnert stark an den Trainer der nordkoreanischen Fußballnationalmannschaft der Frauen („wir wurden beim Training vom Blitz getroffen“) und Loddar Maddäus weiß gar nicht, was die Steuerfahndung von ihm will. Man versucht, ihm im Fußballstadion aufzulauern. Ja mei!
Da kommt einem die Betrachtung der sozialen Prozesse in „Der Bachelor“ schon geradezu wissenschaftlich vor. 20 Frauen bewerben sich blind (ohne zu wissen, wer der Bachelor ist) um die Teilnahme an der Show. Sie wissen nicht, ob sie den Bachelor mögen werden, aber irgendwie wollen sie seine Gunst gewinnen–denn das müssen sie, um den Wettbewerb, die Show als Siegerin zu beenden. Der einen oder anderen Frau gefällt Bachelor Paul sicher, aber ich würde mal tippen, mindestens 50% der Teilnehmerinnen würden sich unter anderen Umständen nicht in Paul verlieben. Im Prinzip kann man die Sendung auch ganz ohne Verliebtsein gewinnen–man braucht wie gesagt nur die Gunst von Paul. Aber die Konkurrenz scheint irgendwie das Geschäft zu beleben–da wird gezickt, ausgebootet und gelästert. Von Eifersucht wird schon gesprochen. Und ich stell mir so vor, dass ja ohnehin längst feststeht, für wen Paul sich entschieden hat und dass die beiden ihre Beziehung (so sie eine haben) noch bis zur Ausstrahlung des Finales geheim halten müssen…
Und ja, ich freu mich, dass ich sonst keine Probleme hab!

 

Dönerteller und Chantalismus 17. Januar, 2012

Einsortiert unter: alltag — swiesel @ 10:04

Heute lief ich an einer Klapptafel vorbei, die vor einem Dönerladen steht. „Dönerteller“ steht da drauf. Wenn man sich jetzt Köln vorstellt und jemanden mit einem kleinen Akzent, der kein „ö“ sprechen kann und „Donatella“ sagt, weiß man auch, wie Donatella Versace zu ihrem Namen kam. Und just heute hat mein Lieblings- Boulevardblatt einen Blog entdeckt, der schreckliche Namen sammelt:

http://www.bild.de/digital/internet/internet-hype/chantalismus-22095384.bild.html

Die Top Ten sind schonmal der Hit und auch die Website selbst lohnt sich :-)

Viel Spaß und Freude an der eigenen Fassungslosigkeit!

 

Was habt ihr euch denn dabei gedacht?! 14. Januar, 2012

Einsortiert unter: alltag — swiesel @ 8:05

Menschen tun manchmal Dinge einfach so, ohne sich etwas dabei zu denken. Das ist gut und soll auch so sein, denn wenn man sich bei allem, was man so tut und erledigt, immer genau Gedanken darüber machen müsste, was genau man da eigentlich tut — das wär sehr anstregend. Es gibt allerdings auch Dinge, bei denen wünschte ich mir, dass jemand bitte mal drüber nachdenkt, bevor er sie tut. Hier ein paar neue Erlebnisse:

Heute war ich in einer Bäckerei. Die junge Frau, die mich bedient hat, hatte ein Namensschild an ihre Weste gesteckt. Da dachte ich mir, lieste mal ihren Namen, man weiß ja nie. Und dann stand da drauf: „Servicekraft“. Hallo?! Soll man die Frau etwa so ansprechen, Danke, Servicekraft, und ein schönes Wochenende? Oder soll man extra nicht mit dieser Person sprechen? Nur, was bedeutet dann Servicekraft? Bitte Gehirn benutzen.

Dann las ich ein Kinoplakat am Kino am Sendlinger Tor. Über die gesamte Frontwand prangt dort ein Werbeplakat für „Ziemlich beste Freunde“, einem französischen Film. Sehr prominent ist unter anderem vermerkt, es handle sich dabei um „die erfolgreichste französische Komödie des Jahres“. Am 14. Januar?! Euch ist schon klar, dass das Jahr noch 352 Tage hat? Muss ich jetzt auch schon wissen, was das leckerste Essen oder das lustigste Ereignis des Jahres ist? Find ich blöd.

Der Höhepunkt allerdings heute fand im Supermarkt statt. Eine junge Familie beim Einkaufen, ein ca. vierjähriger Junge erzählt seiner niedlichen kleinen Schwester, die mit Fahrradhelm umhertapst, dass er bald Geburtstag hat und was er für einen leckeren Kuchen bekommt. Sehr süß. Dann kommt der Vater zum Wagen zurück und sagt: „Ja, Albert, bald ist dein Geburtstag und die Agathe ist auch dabei, gell, Agathe?“

Eigentlich war ich da schon fix und fertig, da entdeckte ich folgendes:

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Weißwurschtböbbel 13. Januar, 2012

Einsortiert unter: alltag,Bayern — swiesel @ 10:18

Danke, liebe Lufthansa, für einen Lachanfall auf dem Rückflug von London nach Bayern: es gab Weißwurschtböbbel mit Pommesstecker zu essen und in den Böbbeln war schon der siaße Semf drin! Wahnsinn, wer denkt sich sowas bloß aus?

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Ich stell mir so vor, wie das Wort „Weißwurst“ in den verschiedenen Dialekten ausgesprochen wird: Weißwuaschd, Weißworscht, Weißwuchst, Weißwuuast, Woißworscht, Waißwust…herrlisch!

 

Newsflash 8. Januar, 2012

Einsortiert unter: alltag,Fußball,Katastrophen — swiesel @ 15:30

Heute gibt es News aus London, weil da bin ich gerade. Zunächst mal freue ich mich berichten zu können, dass ich im Juni zur Fußball-EM fahre. Yay!
Dann möchte ich alle dran teilhaben lassen, was mir heute auf dem Flug nach London so durch den Kopf ging:

Liebe Lufthansa,

ich fliege gern mit dir. Bei dir krieg ich zumindest meistens ein Essen, das ich mag und habe das Gefühl, der Preis und die Leistung passen. Du kannst schließlich nichts dafür, wenn direkt vor mir ein Mensch sitzt, der so beißend nach Schweiß stinkt, dass meine Luftröhre anfängt, sich selbst zu verätzen. Nur was denkst du dir dabei, auf einem Zweistundenflug Krautsalat zu servieren? Hast du schonmal erlebt, wie es ca. 1 Stunde nach dem Essen stinkt, wenn 200 Leute auf engem Raum Krautsalat gegessen haben? Da bekommt der Begriff gas vehicle eine ganz neue Bedeutung!
Das fand ich nicht so lecker heute. Vielleicht dann doch mal wieder eine Pizzatasche? Du weißt ja, wann ich das nächste Mal mit dir fliege.

Viele Grüße.

 

Über Pfandflaschen und den Bachelor 4. Januar, 2012

Einsortiert unter: alltag — swiesel @ 12:46

Es gibt was Neues aus der Rubrik „Das verstehe ich nicht“: das Pfandsystem bei Milchflaschen aus Glas. Manchmal, wenn ich nach der Arbeit nur Milch kaufen muss, gehe ich nicht zum Supermarkt, sondern (Nase zu!) in den Bioladen. Der ist gleich um die Ecke. Dort gibt es in Flaschen nur Demeter Milch. Und Milch muss aus Flaschen, weil Tetrapack schmeckt nich. Demetermilch mag es dunkel, deshalb ist sie in braunen Glasflaschen. Wenn ich regulär einkaufen gehe, gibt es die Supermarktmilch in weißen Flaschen. Alle geleerten Flaschen stehen dann friedlich nebeneinander unter der Spüle, bis sie im Supermarkt in den Pfandautomat kommen. Der ist nun aber leider etwas rassistisch, denn er lehnt die braunen Flaschen ab. „Flasche nicht im Sortiment“, sollte ja eigentlich egal sein, aber auch der Verkäufer, den ich frage, lehnt sie ab. Naja, dann gebe ich halt mein Pfandgut im politisch korrekten, weltoffenen BIOLADEN zurück. Dort macht man das direkt an der Kasse, mit echten Menschen. Ich so voll die Flaschen am Rausholen, erst eine braune, dann eine weiße. „Die nehm’ mer need!“ „Bitte?“ „Nur braune Flascherl.“ Ah ja. Ihr Flaschenrassisten! Ihr rüttelt am Watschenbaum, und wenn der mal umfällt, dann im Bioladen!

Und dann gibt es jetzt nach Jahren wieder den Bachelor im Fernsehen. Das war ja letztes Mal total doof und eigentlich bin ich nur excited, weil ich The Bachelor in Amerika gekuckt habe und es da ganz witzig war. Was ich gerade auf RTL sehe, übersteigt meine Erwartungen bei Weitem. Eine Tussi dümmer und billiger als die andere, die Frauen wussten bei der Bewerbung nicht, wer der Bachelor sein würde und so kreischten einige gleich „Nisch mein Tyyyyp, oh Mann!“. Andere betatschten sich gegenseitig den Ausschnitt oder lästerten über andere und ihre Klamotten, so dass auch gleich klar wurde, wonach die Frauen ausgewählt worden sind: nach inkompatiblen Persönlichkeiten. Ach ja, und dem Bachelor „sein“ Haus steht in Südafrika. Eigentlich herrlich, aber ich bin mittwochs immer beim Spocht und kann’s net gugge. Dieser Shit hat durchaus Potenzial, dass ich’s online schau. Oh Mann!

 

Lässig! 31. Dezember, 2011

Einsortiert unter: alltag,Bayern — swiesel @ 8:36

Mützen kaufen ist bei mir immer ein mittleres Desaster. Dass ich nicht so viele finde, die mir gefallen, ist sicher nicht außergewöhnlich, aber: ich bin ja keine von denen, die immer super aussehen und nur damit kokettieren, dass ihnen „GAR NICHTS“ steht. Wenn ich mit anderen Menschen nach Mützen stöbern gehe und welche aufsetze, sagt auch die Begleitperson in 99% der Fälle: no, you can’t. Deshalb habe ich im Moment einen Hut, der zwar den Kopf warmhält, nicht aber die Ohren, und eine abgeranzte Mütze zum Skifahren (mit der man aber auf keinen Fall rumlaufen kann). Durch mein schmales Gesicht und den ausgeprägten Hinterkopf sehe ich leicht aus wie Marge Simpson oder ein Alien. Gestern dann blies ein fieser Wind durch unser schönes München und ohne Mütze taten mir nach ein paar Minuten mächtig die Ohren weh. Eine Mütze musste dringend her. Ich hab etwa eine Million Mützen auf- und wieder abgesetzt, irritierte Blicke und Vetos geerntet und schließlich eine Mütze gefunden, die durchaus in Frage kam. Da ich mein Glück nicht fassen konnte, bin ich zu einem Verkäufer hin und hab ihn nach seiner Meinung gefragt. Er fand die Mütze „scho lässig“. Auf bayerisch heißt das, ich sah umwerfend aus und er konnte es gar nicht fassen. Das konnte ich auch aus dem anschließenden Satz ablesen: „No lässiger wär’s, wenn’st dei Hoor no wochsen lossn dätst“. Ich lag innerlich am Boden und hab die Mütze gekauft :-)

 

Sonst geht die ganze Kultur raus 19. Dezember, 2011

Einsortiert unter: alltag — swiesel @ 10:57

Wenn irgendwo in Deutschland oder der Schweiz, oder allgemein im christlichen Abendland eine Moschee hingebaut werden soll, macht sich allenthalben Unbehagen breit. Verfremdetes oder zumindest befremdliches Stadtbild wird befürchtet, eine Einschränkung unserer christlichen „Leitkultur“. Unsere Kultur ist uns wichtig, sie ist christlich geprägt und beruht auf christlichen Werten. Man streitet über Kopftücher, Kruzifixe und Schwimmunterricht. Unsere Kultur muss geschützt werden. Wie kann es dann angehen, dass wir am Sonntag, 4. Advent, ein Paket von Amazon geliefert bekommen? Mit DHL? Muss jetzt auch am Sonntag Post ausgeliefert werden, damit Weihnachten nicht wegen zu kurzfristig bestellter Geschenke ein Desaster wird? Ehrlichgesagt ist unsere schöne, christliche Kultur doch durch so etwas wesentlich stärker gefährdet als durch Kopftuch tragende Lehrerinnen oder eine Moschee. Wir haben uns jedenfalls sehr merkwürdig gefühlt, am Sonntag ein Paket zu bekommen. Wir wollen das lieber nicht.

 

Episoden eines Samstags 18. Dezember, 2011

Einsortiert unter: alltag,Bayern — swiesel @ 2:58

Gestern machte ich mich am Vormittag auf zu McDonald’s, wo ich eine leere Burgertüte als Verpackung für einen Gutschein zum Geburtstag holen wollte. Die Lage um 10:30 bei McDonald’s ist etwas schräg, diverse Menschen sitzen dort und konsumieren bereits Burger, während mein Magen allein vom fettigen Geruch Flauheit rückmeldet. Ich warte eine ganze Weile, weil die Verkäuferin in urbayrischer Gemütlichkeit eine Großbestellung zusammensucht, während ihre Kollegin einfach rumsteht und Löcher in die Luft starrt, aber keinen Blickkontakt mit Kunden eingeht. Eine ungepflegt aussehende Frau hinter mir pampt : „Arbeiten Sie auch oder stehen Sie nur rum?“ Es dauert also eine ganze Weile, ehe ich meine Tüte bekomme und wieder rausgehen kann. Kurz darauf kommt mir ein recht stämmiger, großer Mann entgegen, der in harmonischer Eintracht mit seinem kleinen Terrier über die Straße läuft. Ich will grade in mich reinschmunzeln über dieses Bild, da herrscht der Mann seinen Hund an: „Hörst du auf zu ziehen! Du Arschloch!“ Ich bekam einen Lachanfall und der Mann sah mich mit einem Blick an, der das Gesagte an mich adressiert wiederholte. Wo war ich da nur hineingeraten?
Der Tag wurde dann jedoch gerettet durch ein sehr leckeres und nettes Moving Dinner, bei dem wir zu jedem Gang in eine andere Wohnung gegangen sind.
Zum Abschluss noch eine nette kleine Studie, die mir in die Hände fiel:

http://www.sueddeutsche.de/leben/studie-ueber-das-flirten-maenner-ueberschaetzen-ihre-anziehungskraft-1.1237103

 

Der Niedergang des Ü-Eis 15. Dezember, 2011

Einsortiert unter: Uncategorized — swiesel @ 11:13

Warum darf eigentlich ein Helmut Schmidt im KRANKENHAUS rauchen? Geht’s noch?
Nun zum aktuellen Tagesgeschehen. Außer viel Arbeit ist im Moment nicht viel los und die Vorfreude auf Weihnachten und eine längere Pause ist groß. Endlich mal wieder viel lesen, wie z.B. das Buch über Jogi Löw, das ich grade begonnen habe.
Diesmal gehört zur Vorweihnachtszeit auch die Erkenntnis, dass Kinder-Überraschung sich erschreckenderweise der mangelnden Fähigkeit zum Bedürfnisaufschub bei Kindern anpasst. Kaum noch was muss man zusammenbasteln, Autos sind jetzt einfach so klein, dass sie schon fix&fertig aus dem Ei kommen und im Ü-Ei Adventskalender in 13 Tagen vier Figuren mit dem immergleichen Fallschirm. Und in allen Kalendern ist dasselbe drin, in derselben Reihenfolge. Das ist doch total doof und macht alles irgendwie sinnlos. Nun kommt das Ü-Ei ja genau wie die Milchschnitte von Ferrero. Leider mag ich das Zeug geschmacklich echt gern, aber das Drumherum ist langsam kaum noch erträglich. Die Entwicklung des Ü-Eis wird übrigens für mich durch folgendes Experiment als Reaktion auf heutige Kinderansprüche bestätigt (manche sind sehr süß, aber einige sind ganz schöne AKs):

 

 
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